Vor einigen Jahren war die Zulassung eines Autos mit viel Bürokratie verbunden: Neben den Fahrzeugpapieren wurde eine schriftliche Versicherungsbestätigung gefordert. Denn ein bestehender Haftpflichtversicherungsschutz ist die Voraussetzung für eine Fahrzeugzulassung. Wer online einen Versicherungsvertrag abschloss, musste auf die Zustellung des wichtigen Dokument durchaus einige Tage warten. Dieses Prozedere ist Geschichte, die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) vereinfacht den Prozess.

Schneller Entschluss: Durch eVB sofortige Kfz-Zulassung möglich

Ein Autokauf ist manchmal eine kurzfristige Angelegenheit: Nicht wenige Besitzer eines neuen Autos nehmen schnellentschlossen ein Angebot war, wenn es sich auftut. Typisch für solche Gelegenheiten sind Schautage an Sonntagen, wie es Sie bei vielen Neu- und Gebrauchtwagenhändlern gibt. Kümmert sich der neue Eigentümer selbst um die Anmeldung des Wagens, muss er auch alle benötigten Dokumente bereithalten: Neben dem gültigen Ausweis und einem aktuellen HU-Bericht wird auch eine Bestätigung der Versicherung verlangt. Damit wird sichergestellt, dass der Fahrzeughalter auch über den vorgeschriebenen Versicherungsschutz verfügt.

Volvo XC90 D4

eVB-Nummer vereinfacht Online-Vertragsabschluss

Heute ist es ratsam und üblich, online auf die Suche nach dem günstigsten Tarif zu gehen. Durch den Versicherungsvergleich können schnell einige Hundert Euro gespart werden. Dabei können alle relevanten Daten zum Fahrzeug sowie dem Halter auch über den Webbrowser eingegeben werden.

Am Ende erhält der Versicherte eine siebenstellige Kombination aus Zahlen und Buchstaben – die eVB-Nummer. Bei der Zulassung wird nur noch diese Nummer benötigt. Die Versicherungsgesellschaft hat die Vertragsdaten in einer zentralen Datenbank gespeichert. Mit der Eingabe der eVB-Nummer kann die Zulassungsstelle darauf zugreifen. Üblicherweise ist die Nummer drei Monate lang gültig. Das bedeutet also, dass eine Zulassung nicht unmittelbar nach dem Abschluss der Versicherungspolice erfolgen muss. Ein weiterer Vorteil: Kommt es nicht zur Zulassung des Fahrzeugs, etwas weil bei der Übergabe ein Schaden bemerkt wird und der Kauf annulliert wird, kommt auch der Versicherungsvertrag nicht zustande. Es entstehen dem Versicherten also auch keine Kosten. Ein weiterer Vorzug: Die eVB ist fälschungssicher, weil nur die Versicherungsgesellschaft, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und das Kraftfahrt-Bundesamt überhaupt Zugriff haben. Wird eine falsche Nummer angegeben, findet sich kein passender Datensatz. Die alte Versicherungsdoppelkarte wurde hingegen häufiger gefälscht. Auch ein Missbrauch ist unwahrscheinlich, weil die eVB-Nummer nur einmal verwendet werden kann und dann ungültig wird – wie ein Fahrschein.

Ist der Datenschutz gewährleistet?

Auf den ersten Blick hat die eVB also ausschließlich Vorteile, weil die Abläufe sich vereinfachen und beschleunigen. Als Nachteil könnte höchstens die digitale Speicherung der persönlichen Daten angesehen werden. In der heutigen Zeit ist Datenschutz ein wichtiges Thema, die Fahrzeughalter müssen sich also auf einen sorgsamen Umgang mit den sensiblen Versicherungsdaten verlassen. Allerdings waren vergleichbare Daten auch zuvor bei den Versicherern gespeichert – auch wenn es eine solch mächtige und zentrale Datenbank noch nicht gab.

Fazit: Schnell, einfach und sicher

Insgesamt garantiert die eVB also eine zuverlässige, schnelle und sichere An- oder Ummeldung eines Fahrzeugs. Vor allem der Online-Vergleich und -Vertragsabschluss wird für die Beteiligten vereinfacht, weil die eVB per Mail übertragen werden kann. So müssen keine Postlauftzeiten abgewartet werden, wie dies noch bei der Versicherungsdoppelkarte der Fall war.