Mitsubishi ASX 1.8 Di-D 4WD im Test

Sie wollen Streber sein, wollen alles können – die knappen Abmessungen eines Kompaktwagens mit der hohen Rundumsicht eines Geländewagens und der umfangreichen Ausstattung einer gut ausgestatteten Limousine kombinieren. Die Rede ist von der Gattung der Kompakt-SUV, die in den letzten Jahren immer mehr Zulauf erhalten hat. Ein Vertreter dieser Fahrzeugklasse ist der Mitsubishi ASX, der seit 2010 auf dem Markt ist. Wir haben die mit dem 1,8 Liter großen Dieselmotor ausgestattete Version zwei Wochen lang auf Herz und Nieren im Alltag getestet.

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Eben diesen Alltag macht die Topvariante Instyle erst so richtig interessant. Denn stylisch kommt der Mitsubishi ASX nur mit der richtigen Ausstattung daher. Für die 31.890 Euro, die Instyle in Kombination mit dem 1,8er Selbstzünder kostet, bekommt man dann aber auch so gut wie alles, was das automobile Alltagsleben angenehm und komfortabel macht. Ob Keyless-Go, Keyless-Open & Close, großes Touchscreen-Navigationssystem mit üppiger Ausstattung sowie einer ebenso üppigen Bassbox des Rockford Fosgate Soundsystems, die vor einigen Jahren noch so manchem D&W-Jünger vor Freude die Tränen in die Augen getrieben hätte, alles ist drin. Und als wenn das nicht schon genug wäre, hat der ASX auch noch eine Rückfahrkamera, die auch im Dunkeln oder bei Insel-Regenwetter immer für gute Sicht nach hinten sorgt. Eine Einparkhilfe – insbesondere für die unübersichtliche Front – vermissen wir allerdings. Die piepsenden Helfer gibt es für vorne auch für Geld und gute Worte nicht. Schade, denn gerade die aggressiv aber gefällig gestylte Schnauze ist die Schokoladenseite des 4,29 Meter langen Kompakt-SUVs und soll doch bitte nicht unnötig angedengelt werden.

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Für die Instyle-Variante gibt es beheizte Ledersitze

Von selbiger Seite will sich auch der Innenraum zeigen. Immerhin beinhaltet die Instyle-Ausstattung auch beheizte Ledersitze (mit Echt- und Kunstlederkombination, für den Fahrer mit elektrischer Verstellung), die sich auch für großgewachsene in eine bequeme Sitzposition verschieben lassen. Einzig eine zu kurze Oberschenkelauflage haben wir zu bemängeln, doch diese Masche werden wir den asiatischen Fahrzeugherstellern wohl nie ganz austreiben können. Ganz lang ist dafür das über beide Sitzreihen reichende Panoramadach mit indirekter Beleuchtung (die leider etwas an LED-Lichtstreifen aus dem Baumarkt erinnert) und elektrischem Sonnenrollo. Nur den Schalter zum Öffnen sucht man vergeblich – das hätte noch einen Extrapunkt auf der Wohlfühlskala gegeben.

Anlass zur Kritik gibt auch die etwas zusammengewürfelte Materialauswahl im Cockpit. Die verwendeten Kunststoffsorten haben eine merkwürdig glatte Oberfläche und die dicken Chromringe um Instrumente und Klimaanlagenbedienung wirken nicht besonders hochwertig. Gut verarbeitet ist der Japaner aber dennoch, selbst auf schlechtestem Kopfsteinpflaster haben wir keine Klapper- oder Knarzgeräusche vernehmen können.

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Mitfahrer finden auch hinten ausreichend Platz – solange sie zu zweit sind

Das Platzangebot ist ordentlich und vier Personen bis 1,85 Meter Größe finden bequem Platz. Wenn alle vier allerdings ihr Urlaubsgepäck einpacken wollen, dürfte die Reiselust schnell beim Blick hinter die Kofferraumklappe getrübt werden. Dort warten neben der angesprochenen Bassbox nämlich lediglich 419 Liter Kofferraumvolumen zur freien Verfügung. Beim mühelosen Umklappen der hinteren Sitzreihe (Teilung in Ein-Drittel-Zwei-Drittel) entsteht eine fast ebene Ladefläche mit 1219 Litern für den Einkauf im Möbelhaus – zu Zweit. Wer regelmäßig mit mehr als zwei Personen verreist, sollte die Anschaffung einer Dachbox jedenfalls einplanen.

Und da wären wir auch schon beim nächsten Prüfungspunkt im Testalltag: Wie fährt sich der ASX? Die Antwort ist so wenig überraschend, wie sie einfach ist: Er fährt unauffällig. Den gut platzierten Startknopf gedrückt und nach minimal kurzer Vorglühzeit startet die 1,8-Liter Maschine mit leicht vernehmlichem Nageln. Die Kupplung lässt sich weich und angenehm dosieren und das Getriebe knackig und mit kurzen Wegen schalten. Einzig die Getriebeabstufung ist für den täglichen Stadtverkehr etwas ungeschickt abgestimmt, denn der zweite und dritte Gang liegen zu weit auseinander.

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An die Zapfsäule muss er dank niedrigem Verbrauch nur selten

Diese Schwäche bügelt der 150 PS und 300 Nm (bei 2000 U/min) starke Selbstzünder aber souverän aus. Ab 1600 U/min setzt im 1,6-Tonner merklicher Schub ein, der bis knapp über 3000 U/min auch anhält und den ASX mit Nachdruck auf eine ideale Reisegeschwindigkeit beschleunigt. Irgendwo zwischen 120 und 140 km/h pendelt sich der Verbrauch nämlich bei deutlich unter sechs Litern ein und das Geräuschniveau bleibt – auch dank den dann anliegenden 2400 U/min – angenehm niedrig. Die Effizienz, die der ASX moderat gefahren an den Tag legt, ist durchaus beeindruckend. Knapp 1000 Kilometer Reichweite sind mit zurückhaltender Fahrweise drin. Erst bei schnelleren Geschwindigkeiten leert sich der 60 Liter große Tank deutlich zügiger, wir kamen im Schnitt jedoch nie über die Acht-Liter-Marke.

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Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 198 km/h

Ebenso zügig geht es zwar auch bis zur Höchstgeschwindigkeit von 198 km/h voran, doch oberhalb von 3000 U/min hört sich der Motor eher widerwillig brummig an. Spaß beim Schnellfahren kommt im ASX nicht unbedingt auf. Wind- und Abrollgeräusche bleiben aber dennoch auf leisem Niveau. Lob verdient auch das ausgewogen konfigurierte Fahrwerk, das kurze Stöße oder auch schnell überfahrene Bodenwellen für die Passagiere angenehm filtert. Lediglich scharf gefahrene Kurven oder schnelle Autobahnetappen können Unruhe in den kleinen SUV bringen, was allerdings als typisch für diese Fahrzeuggattung zu verbuchen ist. Für gute Traktion bei allen Wetterverhältnissen sorgt der Allradantrieb AWC, der bei Bedarf zuschaltbar ist. Im Regelfall kommen die Vorderräder aber mit der gebotenen Leistung gut und problemlos zurecht.

Gut zurecht kommt der ASX auch mit der Konkurrenz: Diese setzt sich auf dem deutschen Automarkt insbesondere aus Honda CR-V, Ford Kuga, Skoda Yeti und Hyundai ix35 zusammen. Preislich bewegt sich der ASX dort im unteren Mittelfeld, ist in der Instyle-Variante erfreulich gut ausgestattet und macht mit seinem durchzugsstarken, aber dennoch sparsamen Motor richtig Freude. Den Spagat, den ein Streber beherrschen muss, schafft der Mitsubishi ASX ausgezeichnet.

Technische Daten:*
Modell: Mitsubishi ASX 1.8 Di-D+ 4WD Instyle ClearTec
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum: 1798 ccm
Leistung: 150 PS bei 4000 U/min
Drehmoment: 300 Nm von 2000 bis 3000 U/min
Antrieb: Vorderrad, zuschaltbarer Allradantrieb AWC
Verbrauch: 5,6 l/100 km
Vmax: 198 km/h
Preis: ab 31.890 Euro

*Herstellerangaben