Mazda3 im Fahrbericht: Unterwegs im „Kodo-Kompakt“

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Eine Warnung gleich vorweg: Dieses Auto hat Charakter. Nicht die Form von Charakter, die es besonders schwer zu fahren machen oder eigenartige Angewohnheiten an den Tagen legen lassen würde, nein, dieses Auto besticht durch seine Unfähigkeit das Wort „Rechts“ korrekt auszusprechen. Dieser Umstand mag Logopäden vermutlich in den Wahnsinn treiben, sorgt aber auf der anderen Seite immer wieder für ein Schmunzeln. Lange Bestand haben wird diese charmante Eigenheit jedoch vermutlich nicht, spätestens mit dem nächsten Softwareupdate wird sie wieder verschwunden sein.

Überblick: Weitere Tests und Fahrberichte

Nicht verschwunden sein wird dagegen Mazdas neue Designsprache, genannt „KODO Design“. Nach dem Mazda6 erhält nun auch der kleinere Bruder das als „besonders dynamisch“ titulierte neue Markendesign und setzt sich optisch durchaus ansprechend in Szene. Die Kompaktvariante wirkt stämmig, steht breit auf der Straße und gefällt vor durch die  einprägsame Frontpartie. Der Innenraum wirkt im Vergleich zum Vorgänger deutlich aufgeräumter und muss den Qualitätsvergleich zu Golf & Co. nicht scheuen. Fahrzeugrelevante Informationen und Einstellungen werden nun über das zentrale Sieben-Zoll-Display gesteuert, wobei die Eingabe entweder direkt am Display über Touchbewegungen oder über einen Dreh-Drück-Schalter neben dem Gangwählhebel erfolgt. Nicht ganz schlüssig erscheint dagegen, warum in manchen Menüs Touch-Gesten nicht akzeptiert werden.

Schicker Konkurrent: Unterwegs im Volvo V40

Mazda3

Spaß macht im neuen Mazda3 vor allem der 150 PS starke Diesel.

 

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Zum Einblenden der Informationen schiebt sich eine Plexiglas-Scheibe ins Sichtfeld. Hier wäre eine Einblendung in die Frontscheibe vielleicht besser.

Erstmals in der Kompaktklasse erhältlich ist ein Head-Up-Display, bei dem die aktuelle Geschwindigkeit und Anweisungen des Navigationssystems auf einer Plastikscheibe oberhalb des Lenkrads eingeblendet werden. Position und Leuchtstärke der Einblendungen lassen sich zwar regulieren, bei direkter Sonneneinstrahlung werden diese jedoch fast unsichtbar und auch die Position liegt eher auf Höhe der Scheibenwischer als auf der Straße. Eine direkt auf die Scheibe projezierende Lösung wäre hier vielleicht sinnvoller gewesen. Dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung: Sinnvoller als die Integration von Facebook- und Twitter-Anbindungen ins Infotainment-Sytem ist ein Head-Up-Display allemal.

Großer Bruder: Der neue Mazda6

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Ein Lob geht an die vorderen Sitze, in denen sich auch längere Etappen gut bewältigen lassen – Gut bei einer theoretischen Reichweite von 1200 km.

Besondere Erwähnung sollten zudem die wirklich komfortablen Sitze finden, die gerade auf längeren Strecken den Rücken ausgezeichnet unterstützen. Ebenfalls positiv fällt das Platzangebot in der zweiten Reihe auf, das durchaus als ausreichen bezeichnet werden kann. Der Kofferraum schluckt mit umgeklappter Rückbank bis zu 1263 Liter und die verbaute Lederausstattung erhitzt sich auch bei 30 Grad Außentemperatur nicht zu schnell.

Motorentechnisch stehen seit Marktstart drei Benziner mit 100, 120 und 165 PS sowie ein Diesel mit 150 PS zur Wahl. Sie können mit drei verschiedenen Ausstattungslinien kombiniert werden: Zur Wahl stehen Prime-Line, Center-Line und Sports-Line. Während der 165 PS starke Benziner in der Sports-Line Ausstattung fahrdynamisch etwas enttäuscht, passt der 150 PS Diesel-Motor wesentlich besser zum Charakter des Autos. Gerade auf kurvigen Landstraßen und beim Durchbeschleunigen kommt einfach mehr Freude auf, während der Benziner auch bei hohen Drehzahlen etwas schlapp wirkt. Das Fahrwerk liefert dazu in Kombination mit den der Sports-Line vorbehaltenen 18-Zöllern ausreichend Rückmeldung um es auch mal etwas dynamischer angehen zu lassen. Die angegebenen Durchschnittsverbräuche von 5,8 (Benziner) und 4,1 (Diesel) sind dann natürlich nicht mehr zu halten, im Schnitt geben sich die Skyactiv-Motoren aber genügsam.

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Wer dem 210 km/h schnellen Mazda3 Skyactive-D 150 die Sporen gibt, erreicht verständlicherweise nicht den Durchschnittsverbrauch von 4,1 Litern.

 

Mazda3-Sedan

Schön und sicherlich eine Alternative zum größeren Mazda6 – die Mazda3 Stufenheck-Version.

Ab Januar 2014 wird es den Mazda3 dann auch wieder als Stufenheck-Variante geben. Auch wenn der Fokus in Deutschland stärker auf dem Schrägheck-Modell als direktem Konkurrenten zu VW Golf, Ford Focus und Co. liegen wird. Dennoch gefiel uns die Limousine im direkten Vergleich ausnehmend gut. Hier sollten Interessenten, denen der Mazda6 etwas zu groß geworden ist, durchaus mal einen Blick riskieren. Preislich startet das Kompaktmodell bei 16.990 Euro, der von uns gefahrene Diesel (inklusive Sports-Line) steht ab 24.390 Euro in der Liste.

Schlussendlich verbleibt eine Empfehlung an alle zukünftigen Käufer und Käuferinnen: Rubinrot Metallic steht dem neuen Mazda3 definitiv am besten.

Technische Daten:*
Modell: Mazda3 Skyactive-D 150
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum: 2184 ccm
Leistung: 150 PS bei 4500 U/min
Drehmoment: 380 Nm 1800 U/min
Antrieb: Vorderrad
Verbrauch: 4,1 l/100 km
Vmax: 210 km/h
Preis: ab 24.390 Euro
*Herstellerangaben

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