Klein und Kess – aber auch kool? Der KIA Picanto 1.2 im Test

Zugegeben, der kleine Rechtschreib-Ausreißer in der Überschrift ist etwas erzwungen. Aber er passt wie die Faust aufs Auge, wenn man sich den kleinen Kia in Topausstattung anschaut. Denn Coolness ist genau das, was er in der Topausstattung Spririt anstrebt. Leider fliegt er dabei aber knapp am Ziel vorbei. Für ein “Kool mit K wie Kia” reicht es aber trotzdem.

In unschuldigem Weiß versucht unser Test-Picanto relativ unverhohlen, Frauenlieblingen wie dem Fiat 500 Konkurrenz zu machen. Leider schafft er vor allen Dingen den optischen Spagat zwischen Frauenliebling und Männerspielzeug nicht ansatzweise so gut, wie etwa die italienische Konkurrenz. Wo der 500 mit kleinen Spielereien, Faltdach und allerlei Farben die Frauen verrückt macht, als Abarth-Spaßmobil aber gleichzeitig auch Männerherzen höherschlagen lässt, da wirkt der Picanto mit seiner dezent-weißen Außenhaut, den schwarzen Sportfelgen und einem verchromten Doppelendrohr irgendwie falsch positioniert. Vorne blickt er noch durchaus frech in die Welt, der rote Streifen im Grill wirkt direkt dem GTI-Regal entliehen. Hinten ging den Designern aber dann völlig der Mut aus. Allerwelts-Asiate mit steilem Heck. Schade.

Picanto-(14)Im Innenraum zeigt sich der kleine Koreaner aber deutlich erwachsener. Die Bedienung wirkt durchdacht, die Ausstattung in der von uns getesteten Version Spirit glänzt mit Start-Stopp-System, Klimaautomatik, Multfunktionslenkrad, Sitzheizung und weiteren kleinen Annehmlichkeiten. Einzig das viel zu glatte Lenkrad verlangt nach teilweise unentspannt festem Griff, sonst flutscht es in der Kurve schon mal unverhofft aus der Hand.

Der 1,2 Liter große Motor ist mit 85 PS ausreichend kräftig für ein Auto dieser Größe, allerdings hätte Kia gerne die Geräuschdämmung in der Agenda etwas weiter oben positionieren können. Für die Autobahn gibt es – auch innerhalb der Kleinstwagenkonkurrenz – bessere Alternativen. Für die Stadt ist der Picanto aber eigentlich ideal.

Picanto-(7)Eigentlich? Eigentlich. Denn dem erwachsenen Fahrwerk wird leider nur eine etwas schwammige und ungenaue Lenkung zur Seite gestellt. So fährt sich das gerade mal 3,60 Meter lange Automobilchen lange nicht so zackig, wie die meisten seiner Kollegen und wie es das Äußere propagiert.

Damit ist das etwas träge Fahrverhalten aber auch der einzige wirkliche Kritikpunkt, den der Picanto über sich ergehen lassen muss. Wenn für das nächste Facelift dann noch die Motordämmung leicht optimiert und das glatte Lenkrad mit etwas mehr Grip versehen wird, hat Kia eine echte Alternative zu den üblichen Verdächtigen im Programm.

Galerie: Kia Picanto 1.2

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Technische Daten*
Modell: Kia Picanto 1.2 Spirit
Motor: Vierzylinder, 1.248 ccm
Leistung: 63 kW / 85 PS bei 6.000 U/min
Drehmoment: 120 Nm bei 4.00 U/min
Antrieb: Front, Fünfgang-Handschaltung
Gewicht: 930 Kg
Abmessungen (LxBxH): 3,96 x 1,60 x 1,48
Verbrauch: 4,7 Liter/100 Km Diesel
0-100km/h: 11,4 Sek.
Vmax: 171 km/h
Preis: ab 12.390 Euro
* Herstellerangaben

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