Dacia Lodgy Glace: Kompakter Van-Renner

Wer schon jetzt einen Ausblick auf das Design des Minivans haben möchte, der sollte seinen Blick in Richtung der französischen Trophée Andros schweifen lassen, denn hier wird ab Anfang Dezember der Dacia Lodgy Glace seine Spikes in die eisigen Rennstrecken krallen – am Steuer der vierfache Formel 1-Weltmeister Alain Prost höchstpersönlich, der schon im vergangenen Jahr in einer „Glace“-Version des Dacia Duster die Trophée Andros als Vizemeister beendete. In einem weiteren Lodgy Glace wird sein Sohn Nicolas Prost an den Start gehen, der sich das Voilant mit Evens Stievenart teilt. Stievenart holte sich gemeinsam mit Prost Senior im März 2011 den Titel im Superfinale der Trophée Andros in Paris.

Der Kleinfamilientransporter im Renntrimm wurde – zumindest unter dem Blech – in der Sportabteilung des Mutterkonzerns Renault entwickelt. Renault Sport Technologies versteckt unter der unscheinbaren Fiberglashülle ein wahres Biest. 350 PS und 360 Newtonmeter aus einem 3,0-Liter-V6-Benziner  mit 24 Ventilen – und das bei einem Gewicht von nur 950 Kilo, das sich auf eine Länge von vier Metern verteilt. Kurz, leicht und Leistung ohne Ende – so ungefähr lautet das unfehlbare Konzept für Fahrspaß. Und es ist der Stoff, aus dem Siegerträume gemacht werden. Immerhin vertrauten auch Walter Röhrl und sein legendärer Ur-Quattro auf diese Mischung. Dass der Lodgy ähnlichen Kultstatus erreichen wird, darf zwar bezweifelt werden, aber Rennversionen von Alltagsmodellen haben dem Image noch nie geschadet. Außerdem klingen bei Renault Sport doch so schöne Namen  wie Alpine, Gordini oder Clio R(enault)S(port) mit.

Dacia Lodgy Eis-Renner

Wenn sich im Laufe des kommenden Jahres preisbewusste Familienväter in den Dacia-Schauräumen nach einem Lodgy umsehen, werden sie wohl kaum eine Version mit 350 PS und Heckmotor finden. Ebensowenig wird ein sequentielles Getriebe oder die mechanische Vierradlenkung in der Aufpreisliste stehen. Und damit die Kids hinten gemütlich Platz nehmen können, fällt wohl auch der Gitterrohrrahmen flach. Die Rennversion bietet darüber hinaus dann auch noch eine Aufhängung mit doppelten Dreieckslenkern, Stoßdämpfer mit besonders langem Federweg und ein Differenzial für den Einsatz auf der Eispiste. Auch wenn die Kinder auf der Rückbank sicherlich richtig Spaß auf dem Weg zur Schule hätten, wenn Papi im Winter die eisglatten Straßen im Drift nimmt oder den Stau über den nächstbesten zugefrorenen See abkürzt – das Serienmodell dürfte doch eher den Wunsch nach einem erschwinglichen Automobil mit Alltagsqualitäten ohne viel Schnickschnack erfüllen. Eben genau die Nische, die sich Dacia ausgesucht hat und sehr erfolgreich besetzt.

Der Lodgy Glace ist übrigens der erste Renner mit Vankarosserie in der Trophée Andros, die ihre Bezeichnung dem gleichnamigen Konfitürehersteller verdankt. Die Rennen finden allerdings nicht auf Kompott, sondern auf Eis statt. Hauptsächlich geht es in Frankreich zur Sache, es gab aber auch schon Abstecher nach Andorra oder sogar ins etwas weiter entfernte Kanada.

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