Ein halbes Jahrhundert ist es nun schon her, dass der Peugeot J7 von Publikum und Presse als Revolutionär im Segment der leichten Nutzfahrzeuge gefeiert wurde. Ein technisch innovativer Lieferwagen und Kleinbus, der dank vielfältiger Aufbauten sowie sparsamer Dieselmotoren schnell Kultstatus gewann und zugleich eine Trendsetter-Rolle bei den Transportern mit maximal 1,8 Tonnen Nutzlast besetzte. Insgesamt wurden während der fast 15-jährigen Produktionszeit 336.220 Peugeot J7 ausgeliefert. Die Mehrzahl davon in Frankreich, wo der Bestseller auch noch am Ende seiner großen Karriere als das am weitesten verbreitete Lieferfahrzeug seiner Klasse galt. Damit legte der Peugeot J7 auch die Basis für die Erfolgsgeschichte des heutigen Peugeot Boxer, der seit 1994 in bisher drei Generationen rund eine Million Mal produziert wurde. Wie schon der Peugeot J7 zu seiner Zeit glänzt auch der aktuelle Peugeot Boxer durch das vergleichsweise größte Ladevolumen seines Segments, außergewöhnliche Multifunktionalität und ebenso leistungsstarke wie effiziente Motoren.

Mehr Lust auf Last durch maßgeschneiderte Lademeister

Tatsächlich konnten sogar schon die von 1941 bis 1965 gebauten Stammväter aller modernen Peugeot Kastenwagen eine verblüffende Vielseitigkeit und technische Avantgarde in die Waagschale werfen: So überboten die Schnellfrachter DMA, D3 und D4 fast alle Konkurrenten durch beispielhaft viele Branchenlösungen und hohe Nutzlastwerte. Entscheidend dazu beigetragen hat das damals in dieser Fahrzeugklasse noch neuartige Frontantriebslayout dieser Peugeot zugunsten geringeren Eigengewichts und damit größerer Zuladung sowie souveräner Fahreigenschaften. Ein überlegenes technisches Konzept, dessen Vorteile 1965 auf den zukunftsweisenden Peugeot J7 übertragen wurden.

Neue Maßstäbe setzte der J7 überdies durch sein modisch-schickes, leicht gerundetes Wellblechkleid mit Panorama-Fensterverglasung. Besonders mit Kombikarosserie und als hübscher zweifarbiger Minibus erinnerte der Peugeot J7 mehr an einen praktischen Pkw als an ein rein pragmatisches Nutzfahrzeug. Allerdings wollte der J7 nicht allein durch stilsicheres Design neue Lust auf leichte Laster machen, dazu diente ihm auch die fortschrittliche seitliche Schiebetür, die bequemes Be- und Entladen garantierte. Vor allem aber gab es diesen Peugeot erstmals in rund 200 unterschiedlichen Spezifikationen und Branchenausführungen. Professionelle und maßgeschneidert wirkende Transportlösungen in einer solch gewaltig großen Zahl – das war damals noch Neuland für die meisten Nutzfahrzeugkunden. Vom einfachen Chassis über Tieflader, Pickups, Großraumtransporter, Kastenwagen, Kombis, Kleinbusse, Schulbusse, Krankenwagen, Viehtransporter, Verkaufswagen bis hin zum Freizeit-Van und Wohnmobil, fast alles war möglich.

Die J7-Käufer mussten ihre Wünsche nicht länger von Aufbauspezialisten realisieren lassen, sondern sie konnten ihr individuell konfiguriertes Fahrzeug direkt beim Peugeot Vertriebspartner ordern. Nicht zu vergessen der Wettbewerbsvorteil des J7 durch eine herausragend hohe Nutzlast von bis zu 1,8 Tonnen. Mit speziellem Blick auf den deutschen Markt eingeführt wurde überdies ein sogenannter 1,1-Tonnen-Schnelltransporter, dessen zulässiges Gesamtgewicht unter 2.800 Kilogramm lag und der deshalb vom damals für schwerere Fahrzeuge geltenden 80 km/h Tempolimit befreit war. Unabhängig von der Nutzlast zählte der 4,75 Meter lange J7 Kastenwagen außerdem in den Disziplinen Nutzvolumen (8,7 Kubikmeter) und Innenraumlänge (fast drei Meter) zu den Besten. Wem das nicht genügte, konnte den J7 Großraumwagen mit 20,5 Kubikmetern Stauvolumen bestellen.

Vorsprung durch Vorderradantrieb und wegweisende Diesel

Als Nachfolger des Peugeot D4 nutzte der J7 zwar dessen wegweisendes Antriebslayout mit Frontantrieb, dies allerdings in Form umfassender technischer Weiterentwicklung. Geradezu sensationell klein war deshalb der Wendekreis des J7 von gerade einmal sieben Metern zwischen Mauern – wichtig nicht nur im städtischen Lieferverkehr. Ebenso begeistert äußerten sich die Kunden über das Fahrverhalten des flinken und spurtreuen Fronttrieblers.

Temperamentvoll und durchzugsstark gaben sich die neuen Benzin- und Dieselmotoren. Vor allem die bis zu 50 kW/68 PS leistenden Selbstzünder beeindruckten durch viel Drehmoment schon bei niedrigen Drehzahlen. Gerade bei Nutzfahrzeugen noch wichtiger ist natürlich die Effizienz der Triebwerke. Tatsächlich war dies die eigentliche Trumpfkarte des Peugeot Diesels. Mit einem Verbrauch von nur 9,0 Liter auf 100 Kilometer zählte der J7 Diesel Transporter 1965 zu den absoluten Sparmeistern seines Segments, fand allerdings auch kaum Konkurrenten mit Dieselmotor. Das änderte sich nur langsam im Laufe des langen Lebenszyklus des bis dahin meistverkauften Peugeot Nutzfahrzeugs aller Zeiten. Erst als der erfolgsverwöhnte J7 im Jahr 1980 schließlich den Stab an seinen Nachfolger J9 weitergab, war ein Diesel endgültig bei fast allen europäischen Nutzfahrzeugherstellern verfügbar.

Moderner Nachfolger eines Kult-Modells: Der Peugeot Boxer

Heute ist es der Peugeot Boxer, der in mittlerweile dritter Generation in den Disziplinen Vielseitigkeit, Komfort und Sicherheit neue Maßstäbe setzt bei den Transportern der Klasse mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 bis 4 Tonnen. Zugleich deckt der Boxer damit Ladevolumina von 8 bis 17 m³ ab. Aber auch im Kapitel Wirtschaftlichkeit versteht es das jüngste Nutzfahrzeug der Löwenmarke durch äußerst niedrige Wartungskosten und ein breites Angebot aus gleich vier effizienten Dieselmotoren der jüngsten Generation zu punkten.

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