Audi Q7 Modell 2015: Kleiner, leichter, moderner

Das nennen wir mal eine zünftige Diät. Stramme 325 Kg hat der neue, soeben vorgestellte Audi Q7 abgespeckt. Als 3.0 TFSI wiegt der auf 5,05 Meter Länge und 1,97 Meter Breite (1,74 Meter hoch) geschrumpfte Q7 nun weniger als zwei Tonnen – 1.970 Kg, um genau zu sein. Und auch der Q7 3.0 TDI liegt nun fünf Kilo unterhalb der Zwei-Tonnen-Marke. Doch der Gewichtsverlust und die etwas geringeren Abmessungen nicht mitnichten die einzigen Veränderungen beim großen SUV aus Ingolstadt.

Audi Q7 2014 Wallpaper (8)

Schon auf den ersten Blick ist der 2015er Q7 zu erkennen – und das von allen Seiten. Wirkte das Vorgängermodell noch groß und barock, kommt der Neue deutlich dynamischer und moderner daher. Zumindest auf den ersten Bildern sieht man dem Fünfmeter-Trumm seine Größe nicht mehr so stark an. Die Front wird dominier vom kantigen, eckigen Singleframe-Grill und den neuen Scheinwerfern sowie den angedeuteten Lufteinlässen. Am Heck fallen die neuen Rückleuchten und die eckigen Endrohre ins Auge.

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Rund 26 Prozent effizienter sollen die Antriebe des neuen Q7 sein. Zunächst stehen zwei Aggregate zur Wahl: ein 3.0 TDI mit 272 PS und 600 Nm Leistung sowie ein 3.0 TFSI mit 333 PS und 440 Nm. Den Verbrauch für die beiden Antriebe gibt Audi mit 5,7 Liter (TDI) sowie 7,7 Liter (TFSI) auf 100 Km an. Um diese Werte zu erreichen, sollen die Sprintwerte von 6,3 Sekunden (TDI) und 6,1 Sekunden auf Tempo 100 (TFSI) aber tunlichst nicht nachgeprüft werden. Und auch den Topspeed von 234 km/h (TDI) beziehungsweise 250 km/h sollte man wohl nicht austesten.

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Zu einem späteren Zeitpunkt wird Audi noch ein „Effizienzmodell“ mit Dreiliter-TDI und 218 PS bzw. 500 Nm sowie einen Q7 e-tron quattro nachschieben. Letzt genanntes Modell verfügt über einen 258 PS starken 3.0 TDI-Motor sowie einen Elektromotor, der in das Automatik-Getriebe integriert ist. Die Systemleistung des Dieselhybrids soll bei 373 PS un700 Nm liegen. So geht es in 6,0 Sekunden auf Tempo 100 du weiter bis 225 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dennoch soll der Q7 e-tron quattro (zumindest theoretisch) nur 1,7 Liter auf 100 km verbrauchen. Grund hierfür: Das Hybrid-SUV kann bis zu 56 km rein elektrisch fahren. Für die asiatischen Märkte sowie die USA ist darüber hinaus ein 2.0 TFSI mit 252 PS und 370 Nm geplant.

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Gekoppelt sind alle Aggregate an eine neu entwickelte Achtgang-Automatik. Sie soll sehr weich schalten und einen hohen Wirkungsgrad ermöglichen. Erzielt unter anderem durch eine Freilauffunktion bei Gaswegnahme. Ein neues Dämpfungssystem ermöglicht es zudem, den Motor mit extrem niedrigen Drehzahlen unter 1.000 Umdrehungen pro Minute laufen zu lassen.

Im Gehäuse der Achstufen-tiptronic ist ein selbstsperrende Mittendifferenzial integriert – das Herzstück des serienmäßigen quattro-Antriebs. Es soll durch seine optimierten Sperrwerte für hervorragende Traktion und Fahrdynamik sorgen. Im regulären Fahrbetrieb leitet das Mittendifferenzial die Kräfte im Verhältnis 40:60 an die Vorder- und Hinterachse. Wenn die Räder einer Achse Grip verlieren, kann es ohne jede Verzögerung bis zu 70 Prozent der Momente nach vorn und maximal 85 Prozent nach hinten leiten.

Das mechanische Mittendifferenzial arbeitet direkt mit der radselektiven Momentensteuerung zusammen. Bei schneller Kurvenfahrt bremst die Regel-Software die entlasteten kurveninneren Räder mit fein dosierten Eingriffen ab – das Eigenlenkverhalten des großen SUV wird „noch agiler und präziser, der Grip noch besser“, so Audi.

Neu beim 2015er Q7 ist auch die optionale Allrad-Lenkung, die die Hinterräder je nach Situation bis zu fünf Grad mitlenken lässt. Bei niedrigen Geschwindigkeiten lenkt sie gegensinnig zu den Vorderrädern, soll so die Fahrzeugagilität erhöhen und verkleinert den Wendekreis um bis zu einen Meter. Bei höheren Geschwindigkeiten folgen die Hinterräder der Bewegung der Vorderräder. Damit sollen die Lenkansprache noch weiter optimiert und die Fahrzeugstabilität in Ausweichsituationen zusätzlich erhöht werden.

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Im Innenraum kann der neue Q7 mit noch mehr Platz punkten – trotz der geringeren Außenabmessungen. Die Passagiere sollen von mehr Kopf-, Schulter- und Kniefreiheit profitieren. Serienmäßig kommt das große SUV in der zweiten Reihe mit einer Dreier-Sitzanlage mit neigungs-verstellbaren Lehnen. Auf Wunsch lassen sich alle drei Sitze jeweils um bis zu 110 Millimeter längs verschieben (10 mm längerer Verstellweg).

Eine weitere Option sind zwei Einzelsitze in der dritten Reihe, die als Kindersitz Gruppe 3 zugelassen sind. Ein Plus von 24 Millimeter Kopffreiheit und 20 Millimeter mehr Schulterraum sollen ein größeres Platzangebot schaffen. Im geklappten Zustand sind die Lehnen im Ladeboden integriert. Für einen optimalen Zustieg in die dritte Reihe haben die Sitze der zweiten Reihe eine Wickelfunktion – sie lassen sich zusammenklappen, als kompaktes Paket hochkant stellen und bieten so eine Einstiegsbreite von 376 Millimeter. Alle Sitze in der zweiten und dritten Reihe haben Isofix-/i-Size-Befestigungen für Kindersitze.

Sind alle sieben Plätze belegt, bietet der Gepäckraum des neuen Audi Q7 295 Liter Volumen, in Beladestellung 770 Liter. Beim Fünfsitzer sind es 890 Liter, mit umgeklappten Lehnen der zweiten Sitzreihe werden daraus 2075 Liter. Zum besseren Beladen wurde die Ladekante zudem um 46 Millimeter abgesenkt. Ein elektrischer Antrieb für die Heckklappe ist Serie, im Zusammenspiel mit dem Komfortschlüssel liefert Audi eine Gestensteuerung: Wird mit dem Fuß mittig unter die Heckklappe „gekickt“, öffnet sich diese von selbst. Mit derselben Fußgeste lässt sich die Heckklappe auch wieder schließen.

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Ebenfalls optional kann beim neuen Q7 auch das bereits aus dem neuen Audi TT bekannte „virtual cockpit“ bestellt werden – allerdings nur zusammen mit dem MMI Navigation plus. Es beinhaltet einen 12,3 Zoll großen TFT-Bildschirm, der die klassischen Rundinstrumente ablöst. Diese werden nun digital dargestellt, alternativ durch eine „Infotainmentorientierte Ansicht mit erweitertem Anzeigebereich für Listen und Karte“ ersetzt.

Bestellt werden kann der neue Q7 ab Frühjahr 2015, zu den Händlern rollt er im Sommer. Die Preise beginnen bei 61.000 Euro.

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